Fragen?
Wir rufen
zurück

Füllen Sie bitte alle Felder aus.

Ihre Meinung

News & Trends

Zurück zur Übersicht
zurückvor

Regierungsvorhaben zum Thema Immobilien
Immobilienfinanzierung28.12.2017

"Mehr Schwung in den Immobilienmarkt" will die neue türkis-blaue Regierung bringen, und stellt den Erlass sämtlicher staatlichen Gebühren beim Immobilienkauf in Aussicht. Mieter hingegen könnten mit Preissteigerungen rechnen.

Sebastian Kurz veröffentlichte in Tweet-Form während des Wahlkampfs die auf viele provokant wirkende, zweifellos wahre Erkenntnis, nämlich "Für junge Menschen ist Eigentum die beste Maßnahme gegen Altersarmut". Darin sahen sich einige Kommentatoren an die weltfremde Abgehobenheit Marie Antoinettes erinnert ("Wenn das Volk kein Brot hat, soll es doch Kuchen essen"). Nun legt er konkrete Vorschläge zum Aufbau eines Eigenheims für junge Menschen vor. Hier lebende Erwerbstätige sollen beim Erwerb bzw. Bau der ersten eigenen Immobilie unterstützt werden. Mit dem Erlass der Nebenkosten, also Grunderwerbsteuer, Eintragung ins Grundbuch und Eintragung des Pfandrechts, soll zum Bau bzw. Kauf eines Eigenheims angeregt werden. Türkis-Blau könnte mit den konkreten Vorschlägen Eigenheim-Besitzer in spe tatsächlich eine Brücke bauen. Der Erlass dieser Gebühren wird bei 20.000 Euro gedeckelt.

Eigentum > Miete

Für Mieter hingegen könnte die nächste Legislatur-Periode eine kältere werden. In Gründerzeitvierteln soll ein Lagezuschlag erlaubt werden, auch soll im geförderten Wohnbau mit "regelmäßigen Mietzinsanpassungen für Besserverdiener" die vielzitierte soziale Treffsicherheit erhöht werden. Aktuell gibt es 1,5 Millionen Hauptmieter in Österreich, davon leben 877.600 in geförderten Mietwohnungen. Mit dem Lagezuschlag würden sich bis zu 100.000 Wohnungen um bis zu 60% verteuern, rechnet Wohnbaustadtrat Ludwig (SPÖ) vor, "damit ist die Stadt für Normalverdiener nicht leistbar". Mit den Anpassungen des Mietzins im geförderten Wohnbau gingen regelmäßige Überprüfungen des Gehalts einher. Ludwig betont die Leistungsfeindlichkeit dieser Praxis. Jeder berufliche Fortschritt und so auch Einkommenssprung würde Menschen dazu veranlassen, gegenzurechnen, welche Miethöhe daraus resultiere.

Streitfall Lagezuschlag

Vor allem unter dem Begriff Lagezuschlag orten Beobachter deutliches Verschlechterungs-Potential für Mieter. Gemessen an anderen europäischen Hauptstädten kommt man in Wien relativ günstig an mietbaren Wohnraum. Grund dafür ist der Richtwertzins, der für Mieten in Häusern, die vor 1945 errichtet wurden, gilt. Dieser ist nach oben begrenzt. Die Rechengrundgrundlage dieses Richtwerts ist eine Durchschnittswohnung. Für bestimmte Lagen, Infrastrukturen und Bedingungen können Aufschläge verrechnet werden. Die erwähnten Gründerzeitviertel repräsentieren diese exemplarischen Wohnungen. Wenn jetzt eine Aufwertung geschieht - etwa durch den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel - treten Lagezuschläge in Kraft. In kurzer Zeit könnten Vermieter diese Lagezuschläge überall geltend machen. Ebenso soll der Eintritt in bestehende Mietverträge - etwa von Nachfahren - erschwert werden. Das kann auch unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit gesehen werden. Denn wer kann auf "normalem Weg" heute noch eine 100qm Innenstadt-Wohnung für ein paar hundert Euro mieten?

Eine Tendenz ist nicht nur absehbar, sondern ganz klar: Österreich soll ein Land der Eigentümer(Innen) werden. Das ist zu prinzipiell zu begrüßen. Die Hürden beim Erwerb von Eigentum stellen gerade für jene, die sich ihr erstes Eigenheim aufbauen wollen, große Probleme dar. Der Gefahr der Spaltung zwischen Vermieter und Mieter sollte aber proaktiver begegnet werden. Von einer Schlechterstellung würde langfristig niemand profitieren.

 

 

Immobilienfinanzierung10.06.2015Beitrag drucken

Creditnet
in den Medien

Sie haben Fragen? Sprechen Sie mit unseren Experten

Fast am Ziel!

75% geschafft

Sie sind nur noch ein paar Minuten von Ihrem persönlichen Finanzierungsangebot entfernt. Wollen Sie Ihre Anfrage jetzt wirklich vorzeitig beenden?

Jetzt weitermachen

Haben Sie Fragen? Wir rufen zurück

Berater Wir sind für Sie da und auch mit persönlicher Beratung zu Ihrer Baufinazierung. Kostenlos und unverbindlich.