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Explodierende Mietpreise - Lösung Eigenheim?
Immobilienfinanzierung12.08.2018

Sozialer Sprengstoff. Mietkosten verschlingen immer größere Happen der Haushaltsbudgets, auch der Mittelschicht. Ab Herbst plant Türkis-Blau das Mietrecht zu novellieren – was für 100.000 Wohnungen alleine in Wien eine Verteuerung bedeuten würde.

Die rasant steigenden Mietpreise sind ein drängendes Problem für die meisten Stadtbewohner. In einigen europäischen Großstädten kann sich selbst die Mittelschicht keine Wohnung mehr leisten. Etwa in London und Umgebung wo Wohnungen für Angestellte unerschwinglich werden und sie daher im Kollektiv Wohnwägen und Lagerhallen als Schlafstätten mieten. In Wien ist die Lage weniger dramatisch. Rund 60 Prozent mieten im geförderten Wohnbau – ohne Befristung, Maklerprovision, Kaution oder Mietzuschläge. Obergrenzen regeln die Mietpreise.

Zusammenhang Zinspolitik & Spekulation

Der geförderte Wohnbau drosselt die Teuerung des privaten Wohnungsmarkts aber immer weniger. Auch hier vollzieht sich dasselbe Phänomen: die Mieten verzweifachten sich in den letzten zehn Jahren. Verstärkt wird diese Entwicklung durch private Spekulation – abzulesen anhand der Betriebskosten, die sich entlang der Inflation normal entwickelten. Hingegen die Netto-Miete stieg in dieser Zeit unverhältnismäßig. Klar, könnte man sagen, das liegt an der wachsenden Bevölkerung und dem verringerten Wohnangebot. Fakt ist aber, dass in Niedrigstzins-Zeiten Wohnimmobilien goldgleich gehandelt werden – Stichwort Wertentwicklung. Das attraktiviert Spekulationen am Immobilienmarkt für einige und macht Wohnen in Städten zum Luxus für viele.

Regierung gegen Mietpreisbremse

Aus der Opposition kommt ein Vorschlag, der Mietpreise bei Neuvermietungen um 20 bis 35 Prozent senken soll. Jede Wohnung erhält eine Miet-Obergrenze. Für die Errichter gelten die ersten 20 Jahre als frei gestaltbar hinsichtlich Mietpreis – ab dann soll die Mietpreisbremse (=Obergrenze) in Kraft treten. Damit sollen Investments weiterhin lohnenswert bleiben ohne die Mietpreise künstlich nach oben zu treiben. Die Regierung lehnt dies jedoch ab. Bereits im September 2017 haben ÖVP und FPÖ eine solche Mietpreisbremse abgelehnt, kürzlich hat FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus diese erneut abgelehnt.

Die Reformen im Mietrecht sind Gegenstand aktueller Verhandlungen, ab Jänner 2019 sollen diese dann endgültig in Kraft treten. Die Verhandlungspartner sind auf Seiten der FPÖ der Wiener Immobilien-Treuhänder Alexander Pawkowicz, auf ÖVP-Seite Thomas Malloth vom Österreichischen Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI). Pikant: Neun Punkte aus dem Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ stammen aus dem Forderungskatalog des ÖVI – mitunter wortgleich und alle gereichen eher Vermietern zum Vorteil als umgekehrt.

Regierungsprogramm deckungsgleich mit Immobranchen-Forderungen

Steigende Wohnkosten für Mieter bedeuten naturgemäß steigende Einnahmen für die Immobilien-Branche. FPÖ Bautensprecher Alexander Pawkowicz versprach im April dieses Jahres vor 150 Zinshausbesitzern, das Verbot von Lagezuschlägen in Gründerzeitvierteln „jedenfalls noch heuer“ abzuschaffen. Die Hausbesitzer dürften sich über diese Idee genauso freuen wie über den Plan der Regierung, dass Vermieter mittels Sanierung dem Richtwert entgehen. Also die Miete erhöhen können.

Auch die folgenden zwei Beispiele lassen kaum einen anderen Schluss zu: Investoren und Immobilien-Besitzer sind die Gewinner der türkis-blauen Politik. So ermöglichte die Regierung Konzernen die Grunderwerbssteuer zu umgehen, wenn sie als Holding auftreten. Bemerkenswert ist auch, dass die sogenannte Wohnbauinvestitionsbank (WBIB) gestoppt wurde. Diese sollte 700 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank an gemeinnützige und private Bauträger weiterleiten. Damit sollte die Errichtung günstiger Wohnungen angeregt werden. Diese Bauträger hätten das Geld als Kredit mit 20 oder 30 jähriger Laufzeit und extrem niedriger Fixverzinsung bekommen – ohne dass Kosten für Österreich entstanden wären. Finanzminister Löger erteilte dem eine Absage.

Cui bono? - Follow the money

Diese Entwicklungen könnten sich mit einem Blick auf die Spenderliste der neuen Regierung erklären lassen. Der Blog kontrast.at rechnet vor, dass rund 270.000 Euro aus der Immo-Branche an Sebastian Kurz im Wahlkampf geflossen seien. Und nennt auch Namen: so soll etwa Detlev Neudeck, ein ehemaliger FPÖ-Nationalrat, der einige tausend Euro an die ÖVP gespendet habe. Sein Name taucht beim Hypo-Alpe-Adria-Skandal auf und die Staatsanwaltschaft führt ihn als Beschuldigter in der Telekom-Affäre. Als weiterer Spender gilt Hans Bild, der als Besitzer von Privatstiftungen und Immobilienfirmen, 10.000 Euro im Wahlkampf zuschoss.

Staatliche Mitsprache unerwünscht

Als Großspender fungierten auch Georg und Dorit Muzikant – mit immerhin 55.000 €. Diese Immobilien-Magnaten hätten gerne eine Strafsteuer für Kinder, deren Eltern ihre Mietverträge vererben, damit Wohnungen nicht zu denselben Mietbedingungen weitergegeben werden können. Wohnungen und Mietshäuser im Eigentum sollen davon natürlich ausgenommen werden. Für Muzikant ist die Regulierung der Mieten „das Hauptproblem“ am Wohnungsmarkt. Ähnlich argumentiert auch Thomas Rohr, Geschäftsführer von MRP Investmentmanagement, welches mit 20.000 € den Wahlkampf von Kurz unterstützte. Er wünscht sich ein „marktkonformes Mietrecht“, ohne Mitsprache des Staates. Das findet sich übrigens genauso im Regierungsprogramm.

Was ist zu tun?

Dass sich jeder junge Mensch am besten mit einer Eigentumswohnung gegen Altersarmut absichern kann, wie noch von Kurz kürzlich per Twitter vorgeschlagen - und ihm tausendfach zurückgeschlagen wurde - wäre wünschens- und erstrebenswert. Doch die Ansätze dafür blieben bislang nur Kurz´sche (Schmal)Lippenbekenntnisse. Junge bekommen nach wie vor sehr schwer Immobilienkredite von der Bank - während einem jeder Elektrohändler die größten Fernseher mit 0%-Finanzierung nachwirft.

Ein interessanter Ansatz wäre auch die Mietkauf-Optionen auszuweiten. Punktuell könnten für Eigentümer entsprechende Anreize  geschaffen werden und Ressourcen dafür zur Verfügung gestellt werden. Es bleibt spannend, wie sich diese Entwicklung gestaltet und welche tatsächlichen Schritte zum Ziel führen. Hoffentlich geben wir nicht nur den finanzstärksten Zielen nach.

Immobilienfinanzierung10.06.2015Beitrag drucken

Creditnet
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