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Bitcoin - Hype: Katzengold oder Asset?
Digitalisierung28.12.2017

Wer in den letzten Tagen die Börsenberichterstattung mitverfolgt hat, war bei der historischen Geburtsstunde einer neuen Anlageklasse dabei.

Der Bitcoin kann seit kurzem hochoffiziell an der Börse gehandelt werden – ein verfrühter Schritt, meinen viele Marktbeobachter. Vielleicht zurecht, sieht man welche kuriosen Blüten die unantastbare „Wundermünze“ mit sich bringt.

Der Bitcoin ist seit dem Tag seiner Entstehung ein Mysterium. Als Idee aus der Not der Finanzkrise entstanden, sollten technische Algorithmen die menschliche Manipulation an Währungen verhindern. Um den Erfinder, der bis zum heutigen Tage als Genie gefeiert wird, ranken sich viele Legenden – nicht zuletzt deshalb, weil der Vater der Kryptowährung noch immer nicht namentlich bekannt ist. Zehn Jahre jung, hat es der Kleine aber schon weit gebracht. Ob die derzeitige Entwicklung aber im Sinne seines Vaters ist, werden wir wohl nicht erfahren.

Fakt ist: der Bitcoin ist auch aufgrund seiner Detonation auf den Finanzmärkten dieser Welt ein Phänomen, das seines Gleichen sucht. Sein Wert steigt und steigt und das obwohl die Kritiker des Kryptocoins durchaus berechtigte Einwände hervorbringen - man kann den Bitcoin nicht anfassen, es wird als Zahlungsmittel kaum akzeptiert und es lockt Spekulanten und Kriminelle an.

Ein Drahtseilakt auf Börsenniveau

Das Kryptofieber hat die Börse gepackt. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue Rekorde bei der Blockchain gemeldet werden. Wer rechtzeitig eingestiegen ist, kann sich über satte Gewinne freuen. Der Kuchen wird immer größer und so ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Anleger ein Stück davon haben wollen. Die Scheu vor dem Finanzmarkt ist aufgrund des guten Marktumfeldes der letzten Monate deutlich gesunken. Kaum eine Krise oder ein Umstand konnte die Investitionsbereitschaft der Anleger noch trüben. Doch Börsenexperten können gar nicht genug Warnmeldungen herausgeben – die Spekulation mit Bitcoin ist äußerst risikoreich. Die Volatilität (die Schwankungsbreite des Werts) der Online-Währung entspricht dem 20-fachen der Volatilität des US-Dollars. Bei solchen Auf-Ab Bewegungen braucht es gute Nerven und viel Erfahrung. Aber genau daran mangelt es vielen Anlegern.

Finanzexperten warnen Anleger vor den Konsequenzen eines zu heiß gelaufenen Marktes. Ob und wann diese Spekulationsblase platzen wird weiß niemand, aber es dürfte sicher sein, dass viele unerfahrene Anleger den Absprung nicht rechtzeitig schaffen werden. Welche globalwirtschaftlichen Verwerfungen der Bitcoin anrichten wird, ist jetzt noch nicht abzuschätzen.

Wenn eine Geschichte zu gut klingt…

Allen Warnungen zum Trotz: die Gewinnerwartungen des Bitcoins zwingen das rationale Denken der Anleger zur Kapitulation. Ein Kurs von 20.000 bis 25.000 Dollar je Bitcoin werden vorausgesagt, manch einer fantasiert von der 100.000 Euro-Münze – der Börsengang in der vergangenen Woche wird zum Brandbeschleuniger und facht den Handel mit Bitcoin-Futures weiter an. Durch die Futures haben weitere Marktteilnehmer Zugang zum Handel, die vorher vom Handel ausgeschlossen waren. Die Skepsis weicht ein wenig der Euphorie und vergisst dabei, dass sich die notwenigen Regulatoren im Finanzsektor noch nicht gebildet haben.

Sonderfall Bulgarien

Die Bitcoin-Rally hat mittlerweile auch Einfluss auf staatliche Finanzierungen in Europa. Als präferiertes Zahlungsmittel von kriminellen Organisationen hat die Justiz in Bulgarien bei diversen Einsätzen einige der digitalen Münzen in Gewahrsam genommen. Zurzeit sitzt das Land auf etwa 210.000 Bitcoins (10 Prozent der Maximalmenge), welche aufgrund der Wertsteigerungen mehr als 3,3 Milliarde Euro wert sind. Bei einem Verkauf könnte das EU-Land schlagartig 20 Prozent seiner Staatsschulden begleichen. Was in der Theorie gut klingt, könnte in der Praxis zu einem Problem werden. Würde die Regierung in Bulgarien die Bitcoins zu schnell verkaufen wollen, würde der Wert der Kryptowährung abstürzen und den Gewinn des Landes schmälern.

Auch andere Behörden sind in den Genuss der Online-Währung gekommen. Das FBI konnte 2013 den Online-Drogenhandelsplatz Silk Road ausheben und hortete damals etwa 170.000 Stück der Kryptowährung. Vor einem gravierenden Wertverlust muss sich die Bundesbehörde jedoch nicht mehr fürchten. Sie verkaufte bereits vor Jahren einen Großteil ihrer Bestände und ärgert sich jetzt vermutlich darüber, etwa 1,5 Milliarden Euro verpasst zu haben.

Eine Erfahrung der besonderen Art macht zurzeit der Waliser James Howell. Als ein Bitcoin-Farmer der ersten Stunde konnte er stolz 7500 Bitcoins in seinem Wallet zusammenkratzen. Beim Frühjahrsputz 2013 entsorgte der heute 32-jährige jedoch die Festplatte auf dem sich die Codes für den digitalen Schatz befanden. Seitdem der Kurs des Bitcoins nach oben schoss, ist Howell auf der Mission seine alte Festplatte vom städtischen Mistplatz zu retten – die Erfolgschancen für dieses Unterfangen scheinen jedoch mehr als gering zu sein.

Krisenlöser oder Krisenauslöser?

Die Theorien welche Rolle dem teuren B in schwierigen Zeiten zukommen wird, könnte sich schon bald zeigen. Etwa dann, wenn Spekulanten ihr Vertrauen oder ihre Nerven verlieren und den Kurs der neuen Währung auf Talfahrt schicken. Es könnte eine Kettenreaktion folgen, die einige digitale Marktteilnehmer in sehr reale Schwierigkeiten bringen können. Der Bitcoin als Auslöser einer systemischen Krise wird viel diskutiert aber wie so oft, hofft man das Beste.

Anders hingegen, wenn der Bitcoin zum Retter wird und als brauchbares Geldlager, wenn alle anderen Anlageklassen straucheln. Eine unantastbare Währung, geschützt vor Regierungen und Währungshütern und versteckt hinter Milliarden von Nullen und Einsen. Die berühmte Goldreserve muss um ihren Titel bangen.

Es hängt alles davon ab, wie stark das Vertrauen der Menschen in den Bitcoin ist und wie der zukünftige Umgang mit Kryptowährungen aussehen wird. Auch wenn man sie nicht anfassen oder festhalten kann, verschwinden werden die digitalen Coins nicht mehr.

 

Digitalisierung10.06.2015Beitrag drucken

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