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Banken Europas, löst euch von faulen Krediten oder ...
Finanzwirtschaft11.08.2018

Die Vergabe von Krediten stellt eine der wichtigsten Gewinnquellen von Banken dar. Kredite werden dabei sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen vergeben. Mitunter gewähren die Banken Kredite auch untereinander. Ist die Kreditrückzahlungen gefährdet, spricht man von „faulen Krediten".

Unter Berufung auf das deutsche Bundesfinanzministerium berichtet die „Kronen-Zeitung“ dass der Umfang dieser Kredite „im historischen Vergleich hoch“ sei. Es drohen „Schwierigkeiten für einzelne Banken und eine „Ansteckungsgefahr“ für das europäische Banken-System“. Ebenso wie vor zehn Jahren sei ein Großteil der faulen Kredite „im Immobilienbereich zu verorten“.

Hate the game, not the player

Vor allem die Bilanzen südeuropäischer Banken gelten als problematisch: Griechenland, Zypern, Italien und Portugal. Griechische Institute meldeten 44,9 Prozent der Kredite „notleidend“, Zypern 38,9 Prozent. In Italien liegen 186,7 Milliarden Euro an faulen Krediten, die Hälfte davon sei nicht durch Kapital abgesichert. In den Bilanzen deutscher Banken hingegen gelten demnach 49,6 Milliarden Euro an Krediten als „faul“, das sind lediglich 1,9 Prozent.

„Banken und Regierungen in den Krisenländern haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, sagte FDP-Finanzexperte Frank Schäffler dem Blatt. „Wenn mehr als die Hälfte der faulen Kredite in Südeuropa nicht abgesichert sind, dann ist klar, dass eine Vergemeinschaftung der Risiken unbedingt verhindert werden muss“, ergänzt Schäffler.

Kreditausfall-Risiko bedroht europäische Solidarität

Die extrem exportorientierten Deutschen haben in Kombination mit einer Billigst-Lohnpolitik, siehe Hartz 4, als nahezu einzige Europäer einen Handels- bzw. Leistungsbilanz-Überschuss. Eine „Vergemeinschaftung der Risiken“ ist insofern nur gerecht, denn vor allem auch südeuropäische Staaten sind große Abnehmer deutscher Exporte. Auch liegt es nicht an der Praxis einiger südeuropäischer Banken, sondern am System. Dem System der ständigen Geldvermehrung. Der Soziologe Wolfgang Streeck beschreibt das Phänomen als „Geld-Doping“: Um den sozialen Frieden zu sichern, wird die Geldmenge durch niedrige Leitzinsen massiv erhöht.

Mehr Geld, mehr Probleme

Billiges Geld diene der Politik die Verteilungskämpfe zwischen Lohnabhängigen und Profitabhängigen zu befrieden, erläutert Streeck in einem sehr lesenswerten Interview mit dem Branchenmagazin brandeins. Aus diesem Grund wird die Geldmenge ständig erhöht. „Wir sehen seit den Siebzigerjahren, dass das globale Geldvolumen schneller wächst als die globale Wirtschaftstätigkeit“, hält der Soziologe fest. Das bedeutet: unser Geld war eigentlich nie durch reale Werte gedeckt, es ist „im Wesentlichen eine Glaubenssache, eine Fiktion, ein Versprechen.“

Kapital vs. Arbeit

Mitte der Siebziger erreichten Streiks der Arbeitnehmer einer Umverteilung des Kapitals und den Ausbau des Wohlfahrtsstaats. Als Reaktion darauf gab es aber auch Streiks des Kapitals, also Investitionsstreiks. Die Firmen investierten mehr im Ausland. Damit begann die gegenwärtige Phase der sogenannten Globalisierung. Es stellte sich heraus, dass das Kapital strategisch über bessere Möglichkeiten verfügt als die Gegenseite.

Schlimm ist das für jene, die auf die Ressourcen des Wohlfahrtsstaats angewiesen sind. „Ab etwa 1970 sehen wir in vielen Ländern erst Inflation, dann Schuldenstaat, dann Konsolidierungsstaat. In den Neunzigerjahren erklärte der damalige US-Präsident Bill Clinton den alten Wohlfahrtsstaat für abgeschafft. Mitte der Neunzigerjahre war Konsolidierung im Westen praktisch Konsens. Dieser ging auch in die Bestimmungen des Vertrags zur Europäischen Union über Defizit- und Schuldengrenzen ein," so Streeck weiter.

Schulden wofür?

Die Konsolidierung wurde von einem neuen Instrument der Konflikt-Beruhigung begleitet: dem schuldenfinanzierten, privaten Konsum – ermöglicht durch die weitere Deregulierung der Finanzmärkte bis hin zu kaum abgesicherten Immobilien-Krediten mit den bekannten Folgen in der Finanzkrise. Grob gesagt wurde das Geld-Doping der Staatsverschuldung ersetzt durch das privater Kredite, die 2008 in der Finanzkrise kollabierten. Die Phase des lockeren Geldes hält aber offenkundig noch immer an. Allein die Gesamtverschuldung der US-Privathaushalte ist heute in etwa so hoch wie das gesamte Bruttoinlandsprodukt von China. An dieser Stelle kann nicht oft genug betont werden, dass es die Aufgabe eines jeden einzelnen ist Verantwortung für ihr/sein Handeln zu übernehmen. Geld auszugeben sollte kein Selbstzweck sein, sondern immer das Resultat reiflicher Überlegungen. Dieses Bewusstsein versucht uns aber der Kapitalismus zu nehmen, so scheint es. In Form von aggressiver Werbung werden ständig neue Bedürfnisse geschaffen, es soll der Anschein erweckt werden, dass sich Selbstbewusstsein aus Konsumgütern schöpfen lässt. Sich aber genau davon zu lösen, bewirkt eine Umkehr dieser Logik und - mehr Geld im Börserl. Ein erfrischender Ansatz, dem sich auch die "neue Generation" nicht entziehen kann. Googlen Sie mal "Frugalisten". In diesem Sinne, denken Sie lieber zweimal nach, was Sie wirklich mit Ihrem Geld machen - es beeinflusst mehr als Sie vielleicht vermuten würden.

 

Finanzwirtschaft10.06.2015Beitrag drucken

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