PRODUKTE - Zinscap
Sichern Sie niedrige Zinsen ab.
Der Zinscap-Optionsschein gibt Ihnen die Möglichkeit, das niedrige Zinsniveau zu nutzen und Ihren Zinsaufwand zu limitieren.
Mit einer Einmalzahlung (die auch von der Bank finanziert wird) kaufen Sie diese Absicherung bis zum Ende der Laufzeit des jeweiligen Zinscap-Optionsscheins. Die Absicherung erfolgt gegen einen Anstieg des 3-Monats EURIBOR. Ausschlaggebend ist die 3-Monats EURIBOR-Festsetzung an den jeweiligen Feststellungstagen.
Es gibt Zinscap-Optionsscheine sowohl für tilgende als auch für endfällige Kredite.
Absicherungszinssätze und Laufzeiten können variieren.
Der Zinscap-Optionsschein ist ein Wertpapier und liegt auf einem Wertpapierdepot. Das ist kostenlos, wenn nur der Zinscap-Optionsschein auf diesem Depot liegt.
Ihre Vorteile:
- Begrenzung der Zinsbelastung durch Wahl einer Zinsobergrenze
- Kalkulierbarkeit der Zinszahlung
- verschiedene Laufzeiten
- geeignet für Neukredite und bereits bestehende Finanzierungen
- passende Absicherung für tilgende und endfällige Finanzierungen
- quartalsweise Ausgleichszahlungen, wenn die Zinsobergrenze überschritten wird
- der Erwerb und Verkauf des Optionsscheines ist spesenfrei
creditnet.at empfiehlt in der momentanen Niedrigzinsphase jedem Kreditkunden, der einen variablen Kredit hat oder noch abschließen will, einen Zinscap einzuplanen.

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Psychologie der Zinsabsicherung
Bare Münze - Finanz-Infos von KONSUMENT. - Diesmal: Demnächst könnte das Zinsniveau ansteigen. Dann würde die Ratenbelastung bei Hypothekarkrediten mit variabler Verzinsung steigen. Dagegen kann man sich absichern. Wir geben Entscheidungshilfen.
Wenn es gilt, das Zinsrisiko eines Kredits abzusichern, befindet sich ein Kreditnehmer in einer psychologischen Zwickmühle: eine zu frühzeitige Absicherung bedeutet, dass die noch niedrigen kurzfristigen Zinsen im Euribor oder Libor nicht bis zum Zinserhöhungszyklus genutzt werden können. Eine zu späte Absicherung bedeutet hingegen, sich ein erhöhtes Zinsniveau für lange Jahre zu sichern und entsprechend nicht oder sehr spät am späteren Zinssenkungszyklus zu partizipieren. Insgesamt keine leichte Entscheidung.
Fixe Zinsen sind günstiger
Österreichs Nachbarn in Deutschland kennen dieses Problem in diesem Ausmaß nicht: eine Vielzahl der Kredite sind dort mit 5- bis 20jähriger fester Zinsbindung versehen, Währungskredite spielen zumindest im Privatbereich keine wesentliche Rolle. Dort setzt man also mehr auf Sicherheit als in Österreich. Zwar werden die Zinstiefstpunkte nicht genutzt, aber eine Fehlentscheidung bei steigenden Zinsen ist auch kaum möglich. Deutsche Kreditnehmer haben eher die Gewissheit, dass sie ihren Kredit bedienen können, sofern sich die Einkommensverhältnisse nicht ändern.
Dem Österreicher mag zuerst einmal ein Blick auf die Zinskurve beim 3-Monats-Euribor der letzten zehn Jahre helfen:
Wir sehen hier zwischen zwei und drei Prozent und Zinsgipfel von bis zu fünf Prozent. Vor letzteren müssen wir uns als Kreditnehmer schützen. Wir wissen ja immer erst hinter dem Gipfel, wo das Ende der Fahnenstange erreicht war.
Der Zeitraum des erstmaligen Überschreitens der 4-Prozent-Marke bis zur Rückkehr in die Normalzone von unter vier Prozent kann durchaus anderthalb bis zwei Jahre dauern. Eventuell auch länger. Auch das Zinstief müssen wir mit einer Dauer von zwei Jahren ansetzen. Es ist aber damit zu rechnen, dass es auch kürzer dauern kann.
Erwartung bestimmt den Preis
In die Zukunft kann niemand blicken. Eine Tatsache steht aber immer fest: für unsere Zinsabsicherung benötigen wir einen Vertragspartner! Dieser wird seine Markterwartung zu steigenden oder fallenden Zinsen immer in den Produktpreis einkalkulieren.
Was der Vertragspartner bei einem Zinsniveau von 4 Prozent und steigenden Zinsen für die Kosten einer Zinsabsicherung auf dem Niveau von vier Prozent erwartet:
- künftig steigende Zinsen: sehr hoher Produktpreis
- gleich bleibende Zinsen: mittlerer Produktpreis
- niedrigere Zinsen: geringer(er) Produktpreis.
Der Herdentrieb des Marktes
Jeder Marktteilnehmer, Kreditnehmer und Produktanbieter als Vertragspartner, ist bei der Zinsabsicherung weitgehend den gleichen Informationen und Meldungen ausgesetzt. Zwar ist der Produktanbieter rationaler aufgestellt und kann die Anzeichen von Volkswirtschaft und Zentralbank besser deuten, den allgemeinen Meinungsbildern kann aber auch er sich nicht entziehen. Hieraus folgt ein gewisses Herdenverhalten aller Marktteilnehmer:
- bei sinkenden Zinsen werden weiter sinkende Zinsen erwartet
- bei gleichbleibenden Zinsen wird dies für die Zukunft unreflektiert fortgeschrieben
- bei steigenden Zinsen wird mit weiter steigenden Zinsen gerechnet.
Hieraus folgt, dass vom Produktpreis aus gesehen eine Zinsabsicherung immer dann am günstigsten zu haben wäre, wenn jeder Marktteilnehmer mit sinkenden oder gleichbleibenden Zinsen über einen längeren Zeitraum rechnet. Denn dann würde die Zinsabsicherung nicht benötigt und der Verkäufer hätte ein Entgelt ohne Gegenleistung.
Am teuersten wäre die Absicherung, wenn jeder mit Zinserhöhungen rechnet. Letzteres sollte zwar vermieden werden, kommt in der Praxis aber andauernd vor. Viele Zinssicherungen werden am Höhepunkt des Zinsanstiegs oder kurz davor vereinbart. In fast panischer Angst vor weiteren Zinserhöhungen werden teure und langfristige Absicherungen vereinbart.
Strategie zur Absicherung
Einen optimalen Zeitpunkt im Vorhinein zu bestimmen ist nicht möglich. Den niedrigsten Zinssatz wird man selten treffen. Wir können uns diesem jedoch annähern, indem wir versuchen, die psychologischen Faktoren durch nachvollziehbare Regeln etwas auszuschalten. Im Beispiel des 3-Monats-Euribors könnte das so aussehen:
- Nach einem Jahr im Zinstief werden Wettbewerbsangebote zu Zinsabsicherungen eingeholt und Alternativen überlegt.
- Steigt der 3-Monats-Euribor vom Zinstief um X Prozent (z.B. 0,5 Prozent), so wird die Zinssicherung abgeschlossen.
- Die Laufzeit der Zinssicherung sollte bis in den nächsten Zinssenkungszyklus reichen. Dies sind in obigem Beispiel rund vier bis fünf Jahre.
- Auf der sicheren Seite sind Sie mit einer Absicherung bis zum Ende der Kreditlaufzeit.
Blick in die Vergangenheit
Je nach Referenzzinssatz, bisheriger Historie und dem aktuellen wirtschafts- und zinspolitischen Umfeld können diese Regeln natürlich auch anders lauten. Beispiel hiefür war Europa vor 1999, als es aufgrund hoher Inflation auch hohe Leitzinsen und damit kurzfristige Marktzinsen und Zinsgipfel von bis zu 8 Prozent gab, die jede Finanzierungskalkulation zerstören würden.
Aufgrund der einseitigen Ausrichtung der Europäischen Zentralbank auf die Erhaltung der Geldwertstabilität und damit auf die Vermeidung von Inflation glauben wir jedoch, dass diese Zeiten hinter uns liegen. Auch wir können uns aber hier irren.
Den "besten Zinssatz" gibt es nicht
Psychologisch gesehen werden Sie nach Ihrer Entscheidung für eine Zinsabsicherung immer eine Bestätigung haben wollen, dass Sie die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt getroffen haben. Solche quantitativen Aussagen (bester Zinssatz etc.) sollten strikt vermieden werden. Sie haben kaum eine Chance zur Erzielung des besten Abschlusses und der besten Konditionen, außer mit sehr viel Glück.
In jedem Fall haben Sie aber eine Entscheidung für "mehr Sicherheit" und damit "mehr Lebensgefühl" getroffen. Aufgrund der vereinbarten Zinsabsicherung haben Sie die Gewissheit, dass Sie die Kreditzinsen in den nächsten Jahren bezahlen können, auch wenn der Marktzinssatz extrem ansteigt. Diese Sicherheit und das damit verbundene Lebensgefühl sind mehr wert als die Quantifizierung einer Entscheidung bis hinter das Komma.
Quelle: Konsument, 31.03.2011
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